Weniger Salz ist mehr …

Darin sind sich die Fachleute einig: Der Salzkonsum in der Schweiz ist zu hoch und schadet der Gesundheit von Erwachsenen wie auch von Kindern.

Der Salzkonsum in der Schweizer Bevölkerung liegt bei durchschnittlich 9,1 Gramm pro Tag und Person und damit deutlich über der Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation WHO von maximal 5 Gramm pro Tag, was etwa einem gestrichenen Teelöffel entspricht.

«Mit der Salzkonzentration im Blut steigt auch die Flüssigkeitsmenge im Kreislauf. Das erhöht den Blutdruck, dieser wiederum fördert die Arteriosklerose in den Blutgefässen, welche für viele Hirnschläge und Herzinfarkte verantwortlich ist», gibt Prof. Michel Burnier, Leiter der Fachgruppe «Salz und Gesundheit» und der Abteilung für Nephrologie des Universitätsspitals Lausanne, zu bedenken. Die hohe Salzzufuhr beeinträchtigt ausserdem die Wirksamkeit der blutdrucksenkenden Medikamente bei Patienten mit Bluthochdruck. Zusammenhänge fanden sich schliesslich zwischen Salzkonsum und dem metabolischen Syndrom (einer gefährlichen Kombination von Risikofaktoren und einer Vorstufe von Diabetes), dem Grad von Übergewicht und dem Auftreten von Magenkrebs.

Viel Salz in Fertigprodukten

Verarbeitete Nahrungsmittel und Fertigprodukte sind für etwa 75 Prozent unserer täglichen Salzaufnahme verantwortlich. Der überwiegende Teil unseres täglichen Salzes steckt in Brot und Backwaren, Käse und Käseprodukte (z. B. Fondue), Fleischprodukte (z. B. Wurstwaren, Schinken, Speck etc.), Convenience-Produkte (Fertiggerichte, Menükomponenten etc.), salzigen Snacks und Suppen.

Quellen: Fachgruppe «Salz und Gesundheit», Schweizerische Herzstiftung, Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV

 

(Foto mit Salzstreuer)

Foto: Fotolia.de / Artem Shadrin

 

Tipps zur Reduktion des Salzkonsums im Alltag

  • Probieren Sie die Mahlzeit, bevor Sie zum Salzstreuer greifen.
  • Kochen Sie möglichst viel selbst, mit frischen statt mit verarbeiteten Produkten.
  • Würzen Sie mit Kräutern, Gewürzen und sonstigen Geschmacksgebern (z. B. Zitronen, Zwiebeln, Knoblauch, Ingwer, Pfeffer oder Curry. Schmecken Sie erst am Schluss mit Salz ab.
  • Reduzieren Sie die Menge an Salz und salzhaltigen Würzmitteln (z. B. Bouillon und Streuwürze) schrittweise, um sich an den neuen Geschmack zu gewöhnen.
  • Überprüfen Sie Ihre Einkäufe und vermeiden Sie Fertigprodukte, die in besonderem Mass zum hohen Salzkonsum beitragen. Eine Fertigpizza enthält oft schon mehr Salz als die empfohlene Tagesdosis.
  • Achten Sie auf die Nährwertkennzeichnungen, um sich eine Vorstellung zu machen, wie viel Salz in den einzelnen Produkten enthalten ist.

Übrigens: Streuwürze, Meersalz und Spezialsalze stellen keine gesunden Alternativen zu Salz und zur Salzreduktion dar.